
Mit einer herben Enttäuschung und mit dem Aus endete der Auftritt des SV Waltershofen in der 2. Hauptrunde des Bezirkspokal Wettbewerbs 2026/27. Als Absteiger aus der Landesliga ging der SVW natürlich als der große Favorit in die Heimpartie gegen den A-Kreisligisten aus Nordweil/Wagenstadt, der in der letzten Saison aber immerhin auf dem dritten Platz abschneiden konnte. Doch Waltershofen machte es den Gästen immer wieder sehr leicht, ihre Treffer zu erzielen. Schon das 0:1 in der 4. Minute resultierte aus einem haarsträubenden Abstimmungsfehler. Finn Schirmer eilte an der Seitenauslinie einem Ball hinterher, um einen Eckball zu vermeiden. Den Ball konnte er ohne großen Gegnerdruck erreichen und spielte dann quer in die Mitte zum bereitstehenden Torhüter Niemeier. Dem sprang aber, völlig unbedrängt, der Ball über den Fuß und der hinter ihm stehende Gäste Torjäger Scheerer konnte die Kugel locker zum frühen 0:1 einschieben. Eine frühe Unkonzentriertheit, vielleicht weil der eine oder andere beim SVW gedanklich noch in der Kabine war. Aber es war ja noch viel Zeit, diesen Lapsus auszumerzen. Aber schon der nächste Angriff der Gäste (der erste war ja eigentlich gar keiner) führte zum 0:2. Dieses mal konnte Leon Niemeier im Herauseilen außerhalb des Sechzehners einen Gegenspieler abblocken. Doch sein Rettungsversuch landete genau vor den Füßen von Scheerer, der aus gut 25 Metern per Heber seinen zweiten Treffer erzielte. Nun wurde die Aufgabe für Waltershofen deutlich kniffliger, aber Felix Hercher konnte bereits in der 9. Minute nach präziser Flanke von Bene Bier den Anschluss zum 1:2 erzielen. Nun wieder also nur 1 Tor Rückstand und immer noch viel Zeit für Waltershofen, das Spiel zu drehen. Waltershofen war bemüht, mit spielerischen Mitteln seine Lösungen zu finden. Die Gäste hingegen agierten mit eher einfachen Aktionen. Und aus einem weiteren Waltershofener Fehler resultierte schließlich das 1:3 nach rund 20 Minuten. Ein einfacher Ballverlust an der Mittellinie brachte die Gäste in Ballbesitz. Ein langer Ball in die Spitze und wieder einmal war Scheerer relativ frei. Beim Versuch, den Waltershofener Keeper zum umkurven, konnte sich dieser nur noch damit helfen, den Mittelstürmer von den Beinen zu holen. Den berechtigten Strafstoß verwandelte Scheerer knallhart zu seinem dritten Treffer. 4 Tore in den ersten 20 Minuten sind nicht unbedingt Standard, doch damit nicht genug. Nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß landete der Ball auf dem Fuß von Raul Sick der direkt und trocken abschloss und den 2:3-Anschluss markierte. Und nach einer halben Stunde schien das Spiel, zumindest aus Waltershofener Sicht, endlich in die richtige Richtung gelenkt zu werden. Nach einer schönen Ballstafette brachte Felix Hercher mit einer kleinen Energieleistung den Ball vors Tor, wo Kazbek Ulubiev nur noch zum erstmaligen Ausgleich einschieben konnte. Nach 30 Minuten war praktisch alles wieder auf Null und noch viel Zeit für den SVW, die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden. Das Spiel beruhigte sich nun merklich, jedoch mit klaren Feldvorteilen für Blau-Weiß. Bis zum Pausenpfiff fielen dann tatsächlich keine Tore mehr, so dass man mit einem 3:3 in die Kabinen ging.
Auch in der zweiten Hälfte versuchte sich Waltershofen mit spielerischen Mitteln, jedoch erfolglos. Viel Torgefahr entstand zunächst nicht. Die Gäste hingegen agierten nach dem Motto „Hoch und weit bringt Sicherheit“. Und manchmal auch Torgefahr. Ein ebensolcher Ball, geschlagen noch aus der eigenen Spielhälfte flog bis vor den SVW-Strafraum. Torhüter Niemeier eilte aus seinem Kasten, musste dann aber erkennen, dass er die Kugel, wenn überhaupt, nur knapp außerhalb des Sechzehners zu fassen bekommen würde. Um ein Handspiel zu vermeiden, versuchte er den Gästestürmer irgendwie zu blocken. Den aufspringenden Ball nahm dieser per Kopf und beförderte ihn Richtung leeres Tor. Felix Hercher eilte noch hinterher, doch sein Klärungsversuch war erfolglos. 3:4 für die Gäste. Wieder lag Waltershofen zurück, aber es war noch über eine halbe Stunde zu spielen. Doch Waltershofen gelang es weiterhin lange nicht, sich große Chancen zu erarbeiten, obwohl man in der Zwischenzeit alle Offensiv-Kräfte, die auf der Bank saßen, ins Spiel gebracht hatte. Und so verstrich die vermeintlich üppige Zeit mehr und mehr. Immer wieder war das Spiel unterbrochen, weil ein Gästespieler am Boden lag. Schließlich zeigte Schiedsrichter Baumgartner eine 5-minütige Nachspielzeit an. Und in dieser gelang dann doch noch der erneute Ausgleich. Tim Weber spielte im Strafraum den etwas freistehenden Finn Schirmer an. Und dieser markierte aus der Drehung das 4:4.
Es ging also tatsächlich in die Verlängerung. Die Ausgangslage war klar: Waltershofen musste einen Treffer mehr erzielen als die Gäste, wollte man noch ins Achtelfinale einziehen. Doch nun hatte man ja wieder 30 Minuten Zeit dafür. Auch in der Verlängerung änderte sich das Bild kaum. Waltershofen hatte deutlich mehr vom Spiel und Nordweil/Wagenstadt versuchte sich mit Kontern, langen Bällen in die Spitze und oft auch einfach nur mit Befreiungsschlägen. Zwei mal tauchten Angreifer der SG frei vor dem Waltershofener Kasten auf und Leon Niemeier konnte beide Male im 1:1 klären. Auch dem spät ins Spiel gekommenen SVW-Torjäger Stählin gelang es nicht, in einer 1:1-Situation die erstmalige Führung für Waltershofen zu erzielen. Und so verstrich die Zeit, bis sich Waltershofen in der allerletzten Szene des Spiels noch eine Chance bot, die aber von den Gästen weg verteidigt werden konnte.
Beim Abpfiff kannte der Jubel der Gäste verständlicherweise keine Grenzen, hatte man doch dem großen Favoriten ein Bein gestellt. Auf Waltershofener Seite sollte man sich mal ordentlich schütteln, denn mit den Unkonzentriertheiten, die man insbesondere in der Anfangsphase des Spiels zeigte, dürfte man auch in der Bezirksliga mit Gegentoren bestraft werden. Auch wenn man in einem Heimspiel gegen einen A-Ligisten mit 90 oder 120 Minuten Spieldauer viel Zeit hat, beginnt das Spiel eben doch schon in der 1. Minute. Wenn man nach ein paar Minuten schon mit 0:2 zurückliegt, wird es vermutlich gegen jeden Gegner schwer.
Torschützen:
F.Hercher, R.Sick, K.Ulubiev, F.Schirmer
