
Das Heimspiel des SVW gegen den Titel-Favoriten aus Glottertal wurde als das Top-Spiel des dritten Spieltags in der Bezirksliga angesehen. Doch auf dem Platz kam es zu deutlich mehr Flops als zu Top-Szenen, insbesondere wenn man die Partie mit der Waltershofener Vereinsbrille betrachtet. Die personellen Vorbedingungen auf Waltershofener Seite waren nicht ganz optimal. Aufgrund von Verletzung, Urlaub und Rot-Sperren musste die Startformation des Spiels aus der Vorwoche auf gleich 5 Positionen umgestellt werden. Die Anfangsphase des Spiels war noch relativ verhalten, eigentlich mit keinerlei aufregenden Strafraumszenen auf beiden Seiten. Doch dann stellten sich auf Waltershofener Seite Fehler ein, die von den Gästen gnadenlos ausgenutzt wurden. Nach rund einer Viertelstunde spielte Tom Kieffer im Aufbau einen Pass zu unsauber, so dass er genau auf dem Fuß eines Glottertälers landete. Dieser leitete die Kugel direkt auf seinen Mittelstürmer weiter, der dann mehr oder weniger unbedrängt aufs Waltershofener Tor zulaufen konnte und das 0:1 markierte. Ein Schock, den bis dahin deutete nichts auf einen Führungstreffer der Gäste hin. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Unglücklicherweise war es wieder Tom Kieffer, dessen Pass, auf dem Flügel nicht beim Mit-, sondern beim Gegenspieler landete. Dieses Mal spielten die Glottertäler 3 schnelle Pässe, um den Flügelstürmer alleine auf die Reise schicken zu können. Und auch dieser ließ sich nicht zweimal bitten und markierte nach einer knappen Stunde bereits das 0:2. Doch Waltershofen konnte zurückschlagen. Ein Freistoß aus rund 35 Metern verwandelte Jan Bilharz direkt ins Tor. Er erkannte dabei, dass der nicht gerade groß gewachsene Glottertäler Torhüter zu weit vor seinem Kasten stand, setzte zu einer hohen Bogenlampe an und traf zum Anschluss. Waren die beiden Tore für Glottertal auf Waltershofener Fehlpässe zurückzuführen, so musste dieser Treffer dem Gäste-Tormann zugerechnet werden, denn er machte alles andere als eine souveräne Figur. Waltershofen bekam nun Oberwasser und machte Druck und wurde auch belohnt. Nach einer ansehnlichen Kombination flankte Nans Rüttgers vors Tor, wo der Gäste-Torwart daneben griff und die Kugel schließlich David Stählin auf den Schlappen fiel und von dort ins Tor trudelte. Nach dem recht unerwarteten 0:2 stand es also plötzlich genauso unerwartet 2:2 und man konnte mit einem Unentschieden in die Pause gehen. Dachte man. Doch ein letzter Akzent blieb den Gästen vorbehalten. Auf der Waltershofener rechten Abwehrseite setzte ein SVG-Akteur zum Solo an, umkurvte mehrere Waltershofener Defensiv-Spieler und schloss nicht besonders kraftvoll ab. Doch zu allem Unglück wurde der Ball noch von Bene Bier abgefälscht und landete zum 2:3-Pausenstand im Netz.
Und leider setzten sich die Fehler beim SVW auch in der zweiten Hälfte fort. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff war es wieder ein einfacher Fehler im Aufbau, der die Gäste begünstigte. Jan Bilharz spielte auf Carlo Rösler, der den Ball einfach nur abtropfen lassen wollte, um wieder Bilharz ins Spiel zu bringen. Doch das misslang gründlich, denn einmal mehr landete der Ball beim Gegner. Und Glottertal war im Ausnutzen der Waltershofener Fehler an diesem Sonntag einfach eiskalt. Die Folge war das 2:4, zum vierten Mal war der SVW-Keeper chancenlos. Anstatt also mit ausgeglichenem Ergebnis die zweite Hälfte anzugehen, lag man somit nach knapp 50 Minuten schon wieder mit 2 Toren im Hintertreffen. Direkt nach dem Wiederanspiel hatte Stählin die große Chance den sofortigen Anschlusstreffer zu markieren. Von Nans Rüttgers schön freigespielt, setzte er aber seinen Versuch einen Meter neben das Tor. Danach ging in der Offensive nicht mehr viel für den SVW. Es gelang nicht, den nötigen Druck aufzubauen und die Hoffnung auf vielleicht doch noch einen Punktgewinn schwand zunehmend. Den Schlusspunkt setzten dann einmal mehr die Gäste, die durch einen Foulelfmeter wenige Minuten vor dem Spielende sogar noch das 2:5 erzielen konnten.
Aufgrund der eiskalten Chancenverwertung der Gäste ging ihr Sieg somit auch absolut in Ordnung. Beim SVW traten leider wieder enorme defensive Defizite auf, wie sie schon in einigen Vorbereitungsspielen zu sehen waren. Gegen unterklassige Gegner ging dies teilweise noch gut, aber die Vorahnung, dass dies in der Bezirksliga hart bestraft werden kann, bekam man nun gegen den SV Glottertal deutlich zu spüren.
Torschützen:
J.Bilharz, D.Stählin
